
Probleme in der Baubranche am Niederrhein
Stellt euch vor, ihr gebt euer Auto in die Werkstatt, weil es repariert werden muss und während der Reparatur steigt die Rechnung, obwohl es keine zusätzlichen Mängel oder zusätzlichen Arbeitsstunden gibt. Das ist aktuell in der Baubranche Realität. Da ändern sich die Materialkosten so schnell, dass es noch während des Bauprojekts zu neuen Kalkulationen kommt, heißt: Bauunternehmen und Kunden müssen flexibler sein.
Veröffentlicht: Montag, 15.08.2022 04:21
Ein Beispiel aus unserer Stadt: Der Mühlentorplatz ist ja das Zentrum Rheindahlens, ein wichtiger Treffpunkt für die Rheindahlener. Besonders schön sieht der aber momentan nicht aus. Es ist zum Beispiel alles mit Autos zugeparkt. Deshalb sollte der Platz eigentlich dieses Jahr umgebaut werden. Aber auf die Ausschreibung der Stadt haben sich keine Baufirmen beworben. In der Branche gibt es einen Mangel an Fachkräften, bei Lieferanten gibt es einen Mangel an Fahrern und die Kosten steigen.
Nach Angaben des Gebäudemanagements der Stadt Mönchengladbach seien solche Ausschreibungen für Tiefbauprojekte für viele Bauunternehmen zu groß. Deswegen werden solche großen Projekte einfach aufgeteilt und es werden kleinere Projekte neu ausgeschrieben. Logisch: Kleineres Geschäftsrisiko bedeutet auch eine bessere Chance auf Bewerber, für diese eher leichteren und kleineren Bauvorhaben. Außerdem akzeptiert das städtische Gebäudemanagement sogenannte Preisgleitklauseln im Vertrag, heißt: Bauunternehmen können der Stadt höhere Kosten in Rechnung stellen, wenn Materialkosten noch während des Baus steigen.
Die aktuellen Probleme in der Baubranche kamen mit der Corona-Pandemie. Jetzt überlegt das Gebäudemanagement der Stadt Mönchengladbach, ob Bauprojekte, die noch nicht durchgeplant sind, wieder zurückgestellt werden können. Die Stadt muss also Prioritäten setzen und die Schwierigkeiten durch die aktuelle Krise miteinbeziehen. Flexibel bleiben ist hier auch weiterhin das Stichwort. Aber die Stadt ist zuversichtlich, dass auch in Zukunft viele der geplanten Projekte umgesetzt werden können, wenn auch mit etwas Verzögerung und höheren Kosten.
In der Radio 90,1 Morningshow haben Lisa Tellers und Sascha Faßbender unter anderem über die Situation der Baubranche gesprochen:
Autoren: Eden Bimmermann / Sascha Faßbender

