
Strom- & Gas-Verträge gekündigt? Das könnt ihr tun!
Briefe mit saftigen Preiserhöhungen haben viele Mönchengladbacher derzeit im Briefkasten. Sie kommen von den Strom - und Gasanbietern.
Veröffentlicht: Freitag, 07.01.2022 06:21
Gestern morgen (06.01.) habt ihr uns hier auf Radio 90,1 davon erzählt. Viele hatten auch noch offene Fragen, also haben wir nochmal nachrecherchiert.
Bei den meisten lief das ja so ab: Ihr alter Anbieter hat den Vertrag gekündigt und die Kunden sind dann in die Grundversorgung bei nem örtlichen Anbieter gerutscht, das ist hier die NEW. Diese Ersatzversorgung ist aber zwei- bis dreimal so teuer wie die Preise aus dem alten Vertrag. Meistens sind es Billiganbieter wie Stromio oder gas.de, die die Verträge gekündigt haben. Angeblich deshalb, weil die Preise für Strom und Gas generell gestiegen sind. Wir haben jetzt mal bei der Verbraucherzentrale NRW nachgefragt, ob dass überhaupt rechtens ist. Laut Christina Wallraf, der Referentin für den Energiemarkt, sei es nicht rechtens, wenn der Anbieter die Belieferung einstelle oder Verträge mit einer noch längeren Vertragslaufzeit vorzeitig kündige. Auch wenn die Beschaffungskosten für die Energieanbieter hoch seien, liege das im Risikobereich des Anbieters und er müsse frühzeitig vorsorgen, so Wallraff. Anders sieht das aus, wenn die Anbieter insolvent sind. Dann müssen sie die Verträge natürlich kündigen. Stand jetzt, sind Stromio und gas.de aber nicht insolvent, sie haben die Lieferungen nur eingestellt.
Wenn man eine vorzeitige Kündigung erhalten hat oder bis zu drei Mal so hohe Preise zahlen soll, dann empfiehlt Wallraff, dass man schnellstmöglich die Zählerstände ablesen lasse und dann ein Musterschreiben an das Unternehmen sende, in dem man schreibe, dass man die vorzeitige Kündigung für nicht zulässig erachte. Außerdem können man auch Schadenersatzansprüche geltend machen.
Alle weiteren Infos der Verbraucherzentrale findet ihr hier
Auch die NEW hat auf Radio 90,1 Anfrage erklärt, warum Strom- und Gaspreise zum Teil gestiegen sein können. Laut NEW gehe es um bestimmte Online-Verträge. Da die monatlich kündbar seien und die NEW deshalb immer mit ner kurzfristigen Kündigung rechnen müsse, könne die NEW die Energie für diese Kunden nicht weit im Voraus einkaufen. Das führe dann schon mal zu höheren Preisen. Außerdem seien Strom und Gas in den letzten Monaten extrem teuer geworden, so die NEW. Deshalb könne die NEW die Tarife, die sie in den Online-Verträgen zugesagt hatte, nicht mehr halten und habe die Verträge ordentlich gekündigt. Betroffene hätten dann drei Wochen Zeit gehabt, mit Sonderangeboten in andere Tarife zu wechseln. Wer in dieser Zeit aber nicht reagiert habe, sei eben in die teurere Grundversorgung gerutscht, hat uns ein NEW-Sprecher gesagt. Nach drei Wochen seien die Sonderangebote dann abgelaufen und die Kunden hätten dann nur in einen normalen Tarif bei der NEW wechseln können.
Immerhin, die NEW senkt generell die Preise für Strom und Gas. In der Grundversorgung sinken die Preise laut NEW um 40 Prozent und auch die normalen Verträge werden günstiger.