Stau in Zahlen: NRW ist überall Spitzenreiter

Wie in den vergangenen Jahren belegt Nordrhein-Westfalen den Spitzenplatz in der ADAC Staubilanz. Hier findet ihr die wichtigsten und interessantesten Statistiken zum Staujahr 2019.

©

Länger im Stau, weniger Staukilometer

Zwar wurden weniger Staumeldungen (253.000 im Jahr 2019, 264.000 im Jahr 2018) registriert, doch die Autofahrer standen deutlich länger im Stau und zwar gleich um elf Prozent. Rund 171.000 Stunden steckten Autofahrer 2019 in Stau und stockendem Verkehr fest (2018: 154.000). In Summe ergaben alle Stauereignisse eine Länge von rund 453.000 Kilometern (Vorjahr 486.000).

Staubelastung in NRW am höchsten

Die Stau-Belastung ist in Nordrhein-Westfalen ebenfalls am höchsten. So fallen nach ADAC-Statistiken insgesamt 28 Prozent der deutschlandweiten Stau-Belastung auf NRW. Die Stau-Belastung beschreibt die räumlich-zeitliche Ausdehnung eines Staus. Sie ermittelt sich, indem man die Länge (Kilometer) und die Dauer (Minuten bzw. Stunden) eines Staus miteinander multipliziert. Lange Staus, die sich nicht kurzfristig auflösen, werden demnach stärker berücksichtigt.

Belastete Autobahnen und Abschnitte

Laut ADAC waren vor allem die A1, A40, A3 und die A46 im Jahr 2020 besonders belastet. Die meisten Stauereignisse auf einem Autobahnabschnitt registrierte der ADAC auf dem Abschnitt der A40 zwischen Essen und Dortmund (15.940 Meldungen). Am längsten mussten Autofahrer zwischen Köln und Dortmund auf der A1 ausharren (12.753 Stunden).

Im Oktober ging in NRW fast überall nichts mehr

Bezogen auf die einzelnen Monate stellten die Statistiker des ADAC fest, dass in NRW der Monat Oktober sowohl die meisten Staumeldungen (26.032) als auch die meisten Staukilometer (46.152) hatte. Der Wochentag mit den meisten Ereignissen war übrigens der Mittwoch, gefolgt vom Donnerstag. Wenig überraschend geschahen die meisten Stauereignisse in den Zeiten zwischen 6 und 9 sowie 14 und 18 Uhr.

Fazit verspricht keine Verbesserungen - Forderung nach besseren ÖPNV-Netzen

Auch für das Jahr 2020 rechnet der ADAC damit, dass in NRW die Autofahrer mit vielen Staus und Behinderungen auf Autobahnen zu kämpfen haben. Bauzeit bleibt leider Stauzeit. Die Autofahrer brauchen wieder viel Geduld. Erst ab 2030 könnte es sich in NRW wieder etwas entspannen, wenn der Investitionsstau abgebaut ist und große Bauprojekte abgeschlossen sind“, prognostiziert der Verkehrsexperte Prof. Dr. Roman Suthold vom ADAC.

Weil der öffentliche Nahverkehr in vielen Teilen des Bundeslandes dem Experten zufolge "erschöpft" sei, fordert Suthold: "Gerade die Modernisierung der Schienensysteme im Nah- aber auch Fernverkehr muss konsequent vorangetrieben werden, um ein zuverlässiges, leistungsfähiges und attraktives Angebot zu gewährleisten". Falls Menschen zum Umsteigen auf ÖPNV bewegt werden sollten. Die ÖPNV-Tarife müssten deutlich günstiger und zudem der Ausbau günstiger Park+Ride-Anlagen vorangetrieben werden.