
Pferde aus Mönchengladbach helfen - vor Ort und international
Pferde des Voltigier- und Therapierverein Mongshof aus Mönchengladbach treten regelmäßig international bei Wettkämpfen an und helfen in der Therapie vor Ort. Jetzt brauchen sie selbst Hilfe.
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.01.2026 05:00
Seid ihr schon im totalen Sportfieber? Aktuell läuft die Handball-EM in Skandinavien, Ende Februar starten in Italien die olympischen Winterspiele... und auch hier in Mönchengladbach findet internationaler Leistungssport statt, ohne, dass man so wirklich was davon mitbekommt. Pferde aus unserer Stadt sind nämlich viel gefragt! In den letzten Jahren sind sie schon bei Europa- und Weltmeisterschaften oder der CHIO in Aachen zum Einsatz gekommen. Das Kuriose: Die Reiter kommen oft nicht von hier und lernen die Tiere erst beim Wttkampf kennen, erklärt Kristina Kunze vom Voltegier- und Therapieverein Mongshof. So haben in den letzten Jahren schon niederländische und englische Jugend-Teams auf Mönchengladbacher Pferden geturnt. Sich innerhalb kürzester Zeit an die Tiere zu gewöhnen sei dabei kein Problem - immerhin handelt es sich um Spitzensportler! Außerdem seien die Tiere genau so professionell. Dieses Jahr will eine Australierin gleich für mehrere Monate zu uns kommen und sich auf eine intensive Wettkampf-Phase vorbereiten - bis in den Sommer hinein.
Doch das ist jetzt in Gefahr:
Der VTV Mongshof ist erst vor kurzem an einen neuen, größeren Standort gewechselt - der Verein sei in den letzten Jahren stetig gewachsen und man habe schlicht mehr Platz gebraucht. Doch was anfägnlich nach einem gelungenen Wechsel aussah, hat sich in den letzten Monaten leider als Reinfall erwiesen: Der Hof war in schlechterem Zustand als gedacht und eine Ursprüngliche Partnerin im Projekt ist wieder abgesprungen. So steht der Mongshof jetzt mit sechs Pferden in einem deutlich größeren Stall. Immerhin: Der Eigentümer stehe dem Projekt wohlwollend gegenüber und wolle die Situation vor Ort in den kommenden Monaten verbessern.
Das ist nicht nur für die Leistungssportler:innen Wünschenswert. Denn der VTV Mongshof bietet auch Therapie an. Das Angebot richtet sich etwa an Klient:innen der Hephata mit körperlichen Behinderungen aber auch an Menschen mit Traumata oder psychischen Problemen. Das liege Kunze besonders am herzen, sagt sie. Die Therapie-Pferde sind dabei beeindruckend: etwa 1,60 m bis 1,80 m Stockmaß, das ist die Höhe vom Boden bis zum Nacken-Ansatz, messen sie. Das sei wichtig, denn so könnten die Klient:innen problemlos auf den Tieren sitzen. Das Pferd nehme dabei fast die Rolle des Therapeuten ein, erklärt Kunze. So könnten Klient:innen etwa anfangen, wieder Nähe und Kontakt zuzulassen.
Der VTV Mongshof sucht aktuell besonders Pferde-Halterm, die bereit sind, im Giesenkirchener Stall mit Einzustallen - aber auch andere Formen der Unterstützung seien willkommen. Den VTV findet ihr hier.
Autor: Bent Langner