
Mönchengladbacher Fahrlehrer organisiert Fahrlehrer-Demo in Berlin
Bis zu 2.000 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer demonstrieren heute in Berlin gegen die geplante Reform der Führerscheinausbildung.
Veröffentlicht: Donnerstag, 19.03.2026 05:36
Heute demonstrieren in Berlin bis zu 2.000 Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer gegen die geplante Reform der Führerscheinausbildung. Organisiert wurde die Aktion von einem Fahrlehrer aus Mönchengladbach, der nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 4.000 Kolleginnen und Kollegen mobilisiert hat. Erwartet werden zwischen 1.500 und 2.000 Teilnehmende.
Kritik an Reformplänen des Verkehrsministeriums
Hintergrund der Proteste sind Vorschläge aus dem Bundesverkehrsministerium, die den Führerschein günstiger machen sollen. Unter anderem ist geplant, dass Fahrschüler künftig auch privat – etwa mit ihren Eltern – Fahrpraxis sammeln dürfen.
Die Branche sieht diese Idee kritisch. Aus Sicht vieler Fahrlehrer könnte eine stärkere Einbindung von Laien in die Ausbildung langfristig negative Folgen für die Qualität der Ausbildung und die Verkehrssicherheit haben.
Ein Sprecher der Initiative betont:
Nicht wirtschaftliche Sorgen einzelner Betriebe stünden im Mittelpunkt, sondern die strukturellen Auswirkungen der Reform. Es gehe vor allem darum, dass bewährte Ausbildungsstandards unter Druck geraten könnten.
Vorschläge aus der Branche
Die Fahrlehrer selbst sprechen sich ebenfalls für Reformen aus – allerdings an anderer Stelle. Zu den zentralen Forderungen gehören:
- eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Fahrstunden
- weniger verpflichtende Sonderfahrten (z. B. sechs statt zwölf)
- geringere Auflagen für Fahrschulen, etwa bei der Fahrzeugausstattung
Diese Faktoren gelten aus Sicht der Branche als wesentliche Kostentreiber.
Forderung: Reform mit Augenmaß
Das zentrale Anliegen der Demonstrierenden bleibt klar:
Der Führerschein soll bezahlbarer werden – ohne Abstriche bei Qualität und Sicherheit.
Oder, wie es aus der Initiative heißt:
Reformen seien grundsätzlich sinnvoll. Wenn sie jedoch ausschließlich auf niedrigere Preise abzielen und dabei die Ausbildungsqualität vernachlässigen, seien sie kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt.