
Kita-Mordfall: Biesenbach nimm Staatsanwaltschaft in Schutz
Die Diskussionen nach dem mutmaßlichen Mord in einer Viersener Kita gehen weiter. Der NRW-Justizminister reagiert jetzt auf Kritik an der Staatsanwaltschaft.
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.06.2020 08:12
Im Fall der mutmaßlichen Ermordung des dreijährigen Kita-Kindes Greta in Viersen hat NRW-Justizminister Biesenbach die in die Kritik geratene Staatsanwaltschaft Kleve in Schutz genommen. Diese hatte Erkenntnisse zu psychischen Verfassung der unter Mordverdacht stehenden Erzieherin nicht weitergegeben. Gegen die Erzieherin hatte es in einem früheren Fall Ermittlungen gegeben wegen des Vortäuschens einer Straftat gegeben. Diese Info wurde dann aber nicht wie vorgschrieben an das Landesjugendamt weitergeleitet. Aus Sicht von NRW-Justizminister Biesenbach handelt es sich dabei um einen Einzelfall. Solche Pannen könne man bei rund 1,2 Millionen Vorgängen, die die Staatsanwälte in NRW pro Jahr bearbeiten nie komplett ausschließen, so Biesenbach. Bei ihren Ermittlungen waren die Behörden in allen Kitas, in denen die Erzieherin zuvor gearbeitet hatte, auf Notfälle mit Kindern gestoßen. Das Landesjugendamt hatte beklagt, dass es weder von den früheren Kitas noch von der Staatsanwaltschaft die üblichen Pflichtmeldungen erhalten habe. Dann hätte möglicherweise das Schlimmste noch verhindert werden können.