
Die Belastung der Intensivstationen in Corona-Zeit
Die Situation für Pflegekräfte auf den Intensivstationen zu Corona-Zeiten in den Krankenhäusern war und ist sehr schlimm, sowohl psychisch als auch physisch.
Veröffentlicht: Donnerstag, 09.06.2022 07:27
Klaus Sprenger ist Leiter der Intensivstation im Bethesda Krankenhaus und er erinnert sich an dramatische Situationen. Es gab Situationen, in denen Mensch eingeliefert wurden, denen es sehr schnell sehr schlecht ging und dort dann die Verabschiedung von der Familie über FaceTime stattfinden musste. Da sind sehr viele Tränen geflossen. Das ist schlimm für Patienten und Angehörige, aber auch für die Pflegekräfte, die das alles miterleben müssen. Neben der psychischen Belastung war auch das Arbeitspensum für das Krankenhauspersonal extrem groß. Viele Corona-Patienten auf der Intensivstation mussten in Bauchlage gebracht werden, was vier Pflegekräfte und eine Stunde Zeit in Anspruch nimmt, in der eben anderen Patienten nicht geholfen werden kann. Corona-Intensivpatienten nehmen viel Zeit und Arbeit in Anspruch. Gerade am Anfang sind auch viele an Corona gestorben, auch junge Menschen, betont der Stationsleiter. Inzwischen hat sich die Lage in den Krankenhäusern etwas entspannt, aber was das medizinische Personal alles leisten musste und muss, ist extrem. Wirklich erholen kann sich das Krankenhauspersonal jedoch nicht mit dem Blick auf eine wahrscheinlich nächste Welle im Herbst.

