
Corona-Inzidenz in Mönchengladbach "unterschätzt"
Die Stadt Mönchengladbach weißt daraufhin, dass die offizielle, amtliche 7-Tage-Inzidenz für unsere Stadt, so wie sie das RKI aktuell angibt, möglicherweise "unterschätzt" wird. Gründe dafür seien unterschiedliche Berechnungsmethoden und ein Bearbeitungsstau letzte Woche beim städtischen Gesundheitsamt.
Veröffentlicht: Dienstag, 14.12.2021 10:45
Die 7-Tage-Inzidenz für Mönchengladbach liegt laut RKI aktuell bei 140. Wenn man auf die Zahlen schaut, die die Stadt täglich veröffentlicht - müsste dieser Wert aber deutlich höher liegen. Die Stadt erklärt das so:
Auch die Stadt Mönchengladbach hält die vom RKI und LZG veröffentlichten 7-Tage-Inzidenzen für den jeweils aktuellen Tag derzeit für unterschätzt. Wir berechnen diese Werte allerdings nicht selbst, sondern veröffentlichen die vom RKI immer um 0 Uhr festgestellten und nach Infektionsschutzgesetz maßgeblichen Inzidenzen mit Quellenangabe.
Dass es insbesondere in dynamischen Infektionslagen zu Unterschätzungen der aktuellen 7-Tage-Inzidenz beim RKI kommt, ist nicht neu und wird auch vom RKI transparent gemacht. Grund dafür ist der so genannte "Übermittlungsverzug": Von der Bestätigung im Labor bis zur statistischen Verarbeitung des Falls beim RKI können schon in Niedriginzidenzzeiten durchaus 1-2 Tage vergehen, je nachdem zu welcher Tageszeit Fälle bekannt werden. Denn sowohl beim Gesundheitsamt wie auch beim LZG gibt es einen „Redaktionsschluss“, also einen Zeitpunkt, an dem die bis dahin bekannten Fälle täglich übermittelt werden. Die Fälle, die nach diesem Zeitpunkt reinkommen, fallen dann nicht unter den Tisch, sondern werden beim RKI nachträglich dem Tag zugeordnet, an dem sie beim Gesundheitsamt bekannt wurden. Die 7-Tage-Inzidenz wird dann beim RKI nachträglich für den jeweiligen Tag korrigiert. Das ist zwar wissenschaftlich exakter und für mittel- bis langfristige epidemiologische Analysen sicher sinnvoll, führt aber zu dem beobachteten Phänomen, das bereits im Winter 2020 Thema in einigen überregionalen Medienberichten war.
Dieser Übermittlungsverzug wurde in der vergangenen Woche durch hohe Fallzahlen, krankheitsbedingte Personalausfälle im Gesundheitsamt und den Mehraufwand für die Ermittlung/den Ausschluss möglicher Omikron-Fälle verschärft. Auch durch massiven persönlichen, freiwilligen Einsatz der zuständigen Sachbearbeiter beim Gesundheitsamt versuchen die Kolleginnen und Kollegen dem aktuell entgegenzusteuern.