
Aktuelle Corona-Maßnahmen im Überblick
Das Land NRW hat massive Maßnahmen erlassen, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Einrichtungen schränken den Betrieb ein, auch die Stadt reagiert.
Veröffentlicht: Freitag, 13.03.2020 13:15
UPDATE 20.03.2020, 06:20 Uhr: Auch die Mönchengladbacher Polizei versucht, ihren Beitrag im Kampf gegen das Corona-Virus zu leisten. Sie schaltet ab heute um 8 Uhr eine Anzeigen-Hotline. Über diese sollen in Zukunft so gut wie alle Strafanzeigen gestellt werden. Ausnahmen soll es nur für besonders schwere Fälle oder bei bestimmten individuellen Gründen geben. Wer persönlich zur Polizei gehen will, soll auf jeden Fall vorher anrufen. Die Anzeigen-Hotline: 02161-2911025
Die Stadt stellt ab sofort ihre Online-Terminvergabe ein. Das betrifft die Meldestellen, das Standesamt oder die Kfz-Zulassung. Nur in besonders dringenden Fällen kann ein Termin am Telefon gemacht werden. Unterlagen oder Anträge sollten nur noch per Post verschickt werden. Die telefonische Erreichbarkeit der Stadt soll jetzt sogar noch ausgebaut werden. Alle Nummern stehen auf notfallmg.de. Auch die Stadtsparkasse schränkt ihr Angebot wegen der Corona-Pandemie ein. Ab heute werden die Filialen in Bettrath, Bonnenbroich, Pesch und Lauterkamp vorübergehend geschlossen. Die Mitarbeiter sollen in anderen Filialen beim Telefonservice aushelfen. Denn viele Bankgeschäfte können auch telefonisch von zu Hause erledigt werden, so die Stadtsparkasse. Nach letztem Stand (Freitag, 20.03./12 Uhr) sind bei uns 76 Menschen mit dem Virus infiziert.
Seit dem 18.03. gelten zusätzliche Maßnahmen der Landesregierung, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. So dürfen jetzt ausdrücklich nur noch ganz bestimmte Läden öffnen - unter anderem Supermärkte, Drogerien und Banken. Alle Spiel- und Bolzplätze bei uns sind ab sofort gesperrt. In ganz NRW müssen auch alle Tierparks, Messen und Freizeitparks zumachen. Ebenfalls untersagt sind ab sofort auch Reisebus-Reisen. Restaurants dürfen jetzt nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen. Besonders wichtige Geschäfte für die Versorgung dürfen in nächster Zeit auch sonntags und an den meisten Feiertagen aufmachen: Etwa Lebensmittelgeschäfte und Apotheken.
Folgene Geschäfte dürfen laut Landeserlass weiter öffnen: Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Alle anderen Verkaufsstellen des Einzelhandels sind ab dem 18.03.2020 zu schließen. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen.
Etliche Beratungsstellen und Institutionen schränken wegen der Corona-Krise bei uns ihren Betrieb ein. Alle möglichen Sportveranstaltungen müssen durch die Entscheidungen von Bund und Ländern bis mindestens Mitte April abgesagt werden. Das gilt zum Beispiel auch für die Kurse des Stadtsportbunds. Außerdem bietet die Verbraucherzentrale ab sofort keine persönliche Beratung vor Ort mehr an - telefonisch oder per Mail bleibt sie erreichbar. Das Jobcenter hat jetzt ebenfalls angekündigt, ab morgen erstmal für Besucher zu schließen. Die Versorgung der Menschen, die auf Leistungen angewiesen sind, sei aber sichergestellt.
Auswirkungen gibt es auch auf den Busverkehr der NEW: Um die Fahrer vor einer Ansteckung zu schützen, bleiben ab heute die vorderen Türen zu. Fahrkarten können damit nicht mehr im Bus gekauft werden. Die NEW bittet Kunden deshalb, die App "HandyTicket Deutschland" oder private Vorverkaufsstellen wie zum Beispiel bestimmte Kioske zu nutzen. Die Kundencenter und die Fundbüros der NEW bleiben vorerst geschlossen. Ab morgen fahren die Busse außerdem nur noch nach dem Ferienfahrplan, Nachtexpresse fahren gar nicht mehr.
Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen, wird das öffentliche Leben in Mönchengladbach weiter stark eingeschränkt. Sonntagabend hat die Landesregierung entschieden, ab Montag (16.03.) alle sogenannten Amürsierbetriebe dichtzumachen - das sind zum Beispiel Kinos, Bars oder Diskos. Ab Dienstag (17.03.) gilt müssen dann auch alle Sportbetriebe wie zum Beispiel Fitnessstudios schließen.
Einkaufszentren und Einrichtungshäuser darf man ab sofort nur noch betreten, um den dringenden Bedarf zu decken. Banken, Geschäfte, die für den täglichen Bedarf wichtig sind, und Dienstleister für den gesundheitsnahen Bedarf (z.B. Physiotherapie, Optiker) bleiben offen. Bibliotheken, Restaurants und Hotels dürfen nur unter strengen Auflagen öffnen. Wie schon Freitag angekündigt, sind ab heute auch Schulen und Kitas zu. Ausnahmen gelten nur, wenn Eltern in sogenannten Schlüsselbranchen arbeiten - etwa im Gesundheitsbereich oder bei Sicherheitsbehörden. Die Regelungen gelten alle erstmal bis zum 19. April. Familien, deren Kinder eine städtische Kita besuchen, können sich telefonisch an die Stadt wenden unter 02161 / 253408.
Familien deren Kinder eine Kita in anderer Trägerschaft besuchen oder eine Schule wenden sich bitte an die jeweilige Kita oder Schule. Bei vielen Schulen ist jeweils auf der Homepage eine Information mit der genauen Kontaktmöglichkeit zu finden. Grundsätzliche Informationen sind auch unter www.notfallmg.de zu finden.
Für Montag und Dienstag ist zunächst die allgemeine Schulpflicht aufgehoben, für einzelne Berufsgruppen wird es an beiden Tagen Betreuungen in den Schulen geben. Ab Mittwoch werden die Schulen ganz geschlossen sein. Lehrer bleiben allerdings weiter im Dienst, etwa um Prüfungen zu organisieren. Denn die Abiturprüfungen sollen dennoch regulär abgehalten werden.
Kinder im Vorschulalter dürfen ab Montag keine Kita oder sonstige Pflegeeinrichtung mehr besuchen. Laut Armin Laschet werden die Jugendhilfeeinrichtungen der Kommunen eine Ersatzbetreuung anbieten. Die Stadt Mönchengladbach konnte uns dazu auf Anfrage aktuell (17 Uhr) noch nichts sagen.
Der Start des Sommersemester an den Hochschulen wird außerdem auf das Ende der Osterferien verschoben. Pflegeschüler sollen außerdem aus der Schule genommen und in Krankenhäusern eingesetzt werden. Sämtliche Maßnahmen gelten vorerst bis zum 19. April. Außerdem sagt die IHK Mittlerer Niederrhein alle Prüfungen in der Berufs- und Weiterbildung bis zum 24. April ab.