Schlichtung oder gerichtliche Auseinandersetzung?

Streitigkeiten gehören zum Alltag in Deutschland. Doch um Streit zu schlichten, muss nicht immer eine gerichtliche Auseinandersetzung helfen. Denn die kostet Geld und kann darüber hinaus noch sehr lange dauern. Einfacher und günstiger ist daher in vielen Fällen die Einigung über eine Schlichtungsstelle. Diese prüft den Antrag und erstellt in der Regel innerhalb von 90 Tagen einen Vorschlag zur Einigung. Dieser Vorschlag ist zwar nicht bindend, aber meistens ist der Sachverhalt dann soweit geklärt, dass sich ein Gerichtsverfahren erübrigt.

Wie läuft eine Schlichtung ab?
Ein Schlichter setzt Methoden der Mediation ein, um die Parteien dabei zu unterstützen, miteinander zu verhandeln. Die Verhandlung vor der Schlichtungsperson wird mündlich geführt. Eine aufwändige Beweisaufnahme findet nicht statt. Jedoch können in der Regel Zeugen oder Sachverständige, die von den Parteien auf eigene Kosten mitgebracht werden, gehört und Beweisgegenstände in Augenschein genommen werden. Die Schlichtungsperson wird die Sachlage mit den Parteien erörtern und versuchen, eine für beide Parteien akzeptable Lösung des Streits zu erreichen. Im Gegensatz zum Mediator macht der Schlichter zusätzlich Ergebnisvorschläge, wenn er dies für zweckmäßig hält, und kann – vorausgesetzt, er ist Anwalt und somit zur Rechtsberatung befugt – auch die Rechtslage in diesem Zusammenhang erläutern.
Ist man sich einig, setzt die Schlichtungsperson einen Vergleich auf, den beide Parteien unterschreiben. Damit ist er rechtswirksam. Kommt eine Einigung nicht zustande, wird das Scheitern der Schlichtung schriftlich bestätigt. Damit kann vor Gericht Klage erhoben werden.

Unabhängige Schlichtungsstellen für vielen Themen
Für spezielle Themen wie den Flug-; Bahn- oder Fernbusverkehr oder Ärger mit Energieversorgern gibt es spezielle Schlichtungsstellen. Für andere Fragen gibt es allgemeine Verbraucherschlichtungsstellen. Damit wird in Deutschland das Gesetz über die alternative Streitbeilegung in Verbrauchersachen und die Richtlinie über alternative Streitbeilegung in Verbraucherangelegenheiten der Europäischen Union umgesetzt. Danach sollen Verbrauchern in ganz Europa neutrale Einrichtungen zur Verfügung stehen, die bei Streitigkeiten mit Unternehmen außergerichtliche Lösungen herbeiführen sollen. Die Schlichtungsstellen müssen bestimmte Anforderungen an Fachwissen, Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und Transparenz sowie an den Ablauf des Streitbeilegungsverfahrens erfüllen. Eine Liste mit allen Zuständigkeiten findet ihr in der Liste der Verbraucherschlichtungsstellen.

Quelle: Eigenrecherche; Bild: Agentur Tillmanns
 

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